Kachelöfen


Kachelöfen: Bei einem Kachelofen handelt es sich um einen im allgemeinen vor Ort aus Schamottesteinen gesetzten Ofen, der mit Holz geheizt wird und der mit Kacheln verkleidet ist. Die im Ofen verbauten Schamottesteine dienen der Speicherung der Wärme, die über die Kacheloberfläche abgeben wird. Aus dem 14. Jahrhundert existieren gesicherte Quellen über Kachelöfen. Seit dieser Zeit hat sich das Handwerk weiterentwickelt. Vornehmlich in den nördlichen Ostalpen, dem Bodenseeraum und entlang der Donau war der Kachelofen als Wärmequelle geschätzt und verbreitete sich über Budapest auch weiter östlich. Funde weisen darauf hin, dass der Kachelofen anfänglich wohl dem Adel und den Patriziern vorbehalten war. Die Wärmegewinnung mit dem Kachelofen ist die älteste Art der Heizung. Neben dem traditionellen Kachelofen, der zu großen Teilen aus Ofenkacheln gefertigt wird, gibt es weitere Heizsysteme. Man unterscheidet in zwei Ofenarten, Grundkachelöfen und Warmluftkachelöfen, beide ortsfest gebaut. Außerdem gibt es noch eine Mischung aus beiden (Heizeinsatz mit gemauerten Zügen), den sogenannten Kombiofen. Die Größe und Bauart eines Ofens ist individuell, sie wird vom Wärmebedarf, dem Wärmeempfinden und den Vorstellungen der Eigentümer bestimmt. Der nachwachsende Rohstoff Holz setzt bei seiner Verbrennung soviel CO2 frei, wie der Baum zuvor beim Wachstum durch die Photosynthese gebunden hat. Aus umweltpolitischen Überlegungen problematisch ist hingegen der produzierte Feinstaub. Dieser wird von Holzfeuerungen allgemein überproportional produziert, speziell aber auch von Kachelöfen. In der Schweiz stammen rund 8 Prozent der Feinstaub Emissionen von Holzfeuerungen, davon werden wiederum 12 Prozent von Kachelöfen produziert. Die Wärme, die ein Kachelofen verbreitet, ist für den Menschen sehr angenehm. So gibt ein Kachelofen, ähnlich wie die Sonne, einen Großteil seiner Wärme als Strahlungswärme an seine Umgebung ab. Die Strahlungswärme hat den Vorteil, dass Sie nicht die Luft, sondern feste Körper erwärmt, das ist besonders für Allergiker wichtig. Sein Name erklärt die Bauweise: Er wird von Grund auf aus keramischem Material gebaut. Dadurch entstehen keramische Speicher, die die Wärme aus dem Feuerraum und den Heizgaszügen durch den gesamten Ofenkörper leiten und so optimal ausnutzen. Im Inneren des Grundkachelofens steckt ein modernes Heizsystem, das nach der Aufheizzeit die gespeicherte Wärme über Stunden abgibt. Als Dauerheizung kann der Grundkachelofen an der Wand oder auch frei im Raum stehen. Wenn mehrere Zimmer beheizt werden sollen, wird er durch die Wand gebaut. Dieser Kachelofentyp entnimmt Luft aus dem Wohnraum oder aus dem Freien, erwärmt sie im Ofeninneren und gibt sie gezielt über Luftöffnungen wieder ab. Er heizt problemlos mehrere Räume direkt oder ganze Etagen mittels Warmluftkanälen oder keramischen Zügen. Die Warmluft hat einen Anteil von 60-80% an der abgegebenen Wärme, der Rest ist Strahlungswärme, die über die Kacheloberfläche abgegeben wird. Der Warmluftkachelofen gibt schnell und wirtschaftlich Wärme ab. Der Kombi-Kachelofen ist eine Mischung aus Warmluftofen (dem Heizeinsatz) und Grundofen (gemauerte Züge). Dies ist zur Zeit die beste Ofenanlage, weil ein bei Bedarf austauschbarer Heizeinsatz mit moderner Verbrennungstechnik (raumluftunabhängige Verbrennungsluftzufuhr, Sonderarten für andere Brennstoffarten wie Pellets, Briketts, Öl oder Gas) eingebaut werden kann. Die gemauerten Züge werden an der Ofenwand entlang geleitet, damit ein möglichst gleichmäßiger und großer Wärmeanteil an den Raum abgegeben werden kann. Ein weiterer Vorteil ist eine schnelle Wärmeabgabe vom Heizeinsatz (ca. 15 bis 20 min) und eine lange Speicherzeit (zwischen 6 und 12 h) des keramischen Zugs. Ein Grundofen ist eine vor Ort handwerklich erstellte Anlage, bestehend aus einem Brennraum und Keramisch nachgeschalteten Heizzügen. Es gibt drei Varianten die nach ihrer Speichermasse unterschieden werden: leichte-, mittlere- und die schwere Bauweise. Ein Grundofen ist ein Zeitbrandofen. Der Brennstoff, Holz, wird in einer bestimmten Zeit abgebrand und die im Abbrand entstehende Wärme im Schamottestein gespeichert, die nach und nach über die Oberfläche abgegeben wird. Die Nachheizzeit (Auflegen vom Brennstoff) liegt in der Regel bei fünf, acht oder zwölf Stunden, also je nach Bauweise. Ein Grundofen ist meist mit Kacheln verkleidet, Kachelgrundofen. Es gibt aber auch die Putzöfen, hierbei sind die Ablagen meist aus Kacheln und die senkrechten Wände mit Putz verkleidet. Typische Grundöfen sind Lehmöfen oder auch Kachelöfen, die für die Verbrennung von Holz gebaut wurden. Bei einem Lehmofen handelt es sich in der Regel um einen Grundofen der im wesentlichen aus Lehm gebaut ist. Als Baumaterial können neben Lehmsteinen, Lehmmörtel und Lehmputz eine Vielzahl weiterer Materialien verwendet werden wie zum Beispiel Schamottsteine, Backsteine oder Dachziegel. Genauso vielfältig wie die Baumaterialien ist der Verwendungszweck. Oft wird ein Lehmofen zur Beheizung des Wohnraums verwendet. Dabei können die Rauchgaszüge zum Teil als Ofenbank ausgeführt werden die besonders bei Katzen sehr beliebt ist. Der Lehmofen ist ein aus Lehm bzw. Graslehm errichteter Brennofen. Dabei vemischt man Ton, Schluff und Sand mit Wasser, um es formbar zu machen. In getrockneter Form ist Lehm stabil und isolierend und kann eine Temperatur von 1000°C im Ofen konservieren. Er wird zur Keramikherstellung genutzt und kann in horizontaler oder vertikaler Lage errichtet werden, dabei mindestens drei mal so lang wie breit sein, damit die Töpferware und das Holz, das als Brennzeug dient, ausreichend Abstand zueinander haben. Kacheln sind keramische Außenbekleidungen von Öfen. Sie haben oft eine vergrößerte Oberfläche zur besseren Wärmeverteilung, immer aber einen sehr massiven "Körper" welcher der Wärmespeicherung dient. Flache Wand- und Bodenplatten werden richtig als Fliesen bezeichnet. In Delft wurden in großem Umfang Fliesen hergestellt. In der Informatik ist eine Kachel eine Speicherseite. Die Bezeichnung Keramik stammt aus dem Altgriechischen. „Keramos“ war die Bezeichnung für Ton und die aus ihm durch Brennen hergestellten formbeständigen Erzeugnisse. Die Produktion von Keramik gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Ihre älteste Nutzung scheint bei semi-sesshaften Jägerkulturen im Gebiet des oberen Nil erfolgt zu sein. Ihre enorme Verbreitung verdankt sie aber ursprünglich den erweiterten Möglichkeiten zur Aufbewahrung (Vorratshaltung) von Nahrung wie sie mit dem Neolithikum erforderlich wurde. Keramik spielt eine wesentliche Rolle im Rahmen der Determination neolithischer Kulturen. Das Ausgangsmaterial Ton bot jedoch schon sehr früh auch Anreize zu künstlerischer Gestaltung. Seit vielen Jahrzehnten hat Keramik in technischen Anwendungen große Bedeutung erlangt. Der Brennprozess (Rauh- oder Schrühbrand) - Sintern genannt - ist sehr problematisch und erfordert eine sorgfältige Steuerung. Im so entstehenden „Scherben“ werden die Kristalle miteinander verfilzt und durch glasige Anteile verkittet. Anteil und Art der Kristall- und Glasphase sowie der Poren bestimmen die Eigenschaften des gebrannten Gutes. Die angewandten Temperaturen (bis etwa 1350 °C; bei Sonderkeramiken auch erheblich höher) hängen von der Rohmischung, also von dem zu erzeugenden Produkt ab und müssen in vielen Fällen während des Brennprozesses variiert werden (Temperaturprofil). Überdies ist es häufig wichtig, dass der Prozess zeitweilig unter reduzierender Atmosphäre verläuft (z.B. Vermeiden von Gelbfärbung durch Eisenverunreinigungen bei weißem Geschirr oder bei Sanitärkeramik). Eingesetzt werden Kammer-, Tunnel-, Ringöfen. Für den Handwerksbetrieb kommen elektrische Öfen oder mit fossilen Brennstoffen befeuerte Öfen in Frage. Hier ist zu unterscheiden zwischen offenen Systemen, bei denen die Brenngase (mit unterschiedlicher Flammführung) in unmittelbaren Kontakt mit der Ware treten und Muffelöfen, bei denen die Brenngase das Brenngut indirekt erhitzen. Glasuren sind dünne, glasartige Überzüge, die zwei wesentliche Forderungen erfüllen. Zum einen machen sie den porösen Tonkörper wasserdicht und geben ihm eine leicht zu reinigende Oberfläche. Zum anderen ermöglichen sie eine abwechslungsreiche, dekorative Gestaltung der Keramiken. Glasuren können farbig, transparent oder deckend, glänzend, halbmatt oder matt sein. Sie können weich und niedrig schmelzend (max. 1000 °C) oder hart und hoch schmelzend (Über 1200 °C) sein. Nach ihrer chemischen Zusammensetzung kann man z.B. zwischen Borosilikat-, Feldspat-, Salz- und bleihaltigen Glasuren unterscheiden. Die Glasuren werden häufig (z.B. Tonwaren) erst nach dem Schrühbrand der Ware aufgebracht (Tauchen, Spritzen, Pinseln, Stempeln) und in einem erneuten Brennprozess (Glattbrand), der aber unterhalb der Brenntemperatur des Rohlings liegen muss, verglast. Als Vorläufer der heutigen Kachelöfen kann man den Pfahlbauofen aus der Bronzezeit um 2500 v. Chr. ansehen. Bei dieser im Alpengebiet und im süddeutschen Alpenvorland entstandenen Urform des Kachelöfen handelte es sich um Feuerstätten, die aus Steinen und Lehm aufgebaut waren. Die Steine hatten damals bereits die Aufgabe, die Wärme zu speichern. Die weitere Entwicklung des Kachelöfen erfolgte ebenfalls im Alpenraum. In den weichen Lehm des Ofenmaterials wurden aus Ton gefertigte Töpfe eingedrückt, um damit die Wärme abstrahlende Oberfläche zu vergrößern. Der eigentliche Kachelöfen, dessen Ummantelung ausschließlich aus Kacheln besteht, war erst möglich, als es den Töpfern gelang, aus den runden, keramischen Schüsseln quadratische Kacheln mit angeformten Rändern zu fertigen. Diese Entwicklung geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Der Kachelöfen machte dann in seiner äußeren Gestaltung alle Baustile mit, von der Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Klassizismus, Biedermeier über die Gründerzeit und den sich daran anschließenden Jugendstil bis in unsere Tage. Eine Blütezeit für die Kunst der Kachelöfen waren das 16. und 17. Jahrhundert.Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Kachelöfen. Denn er schenkt uns genau das, was wir in unserer hektischen Zeit brauchen: kachelöfen und behagliche Wärme, Entspannung, Geborgenheit in einem liebevollen Zuhause. Dabei ist er auch noch umweltfreundlich.

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